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Parodontologie

 
Zahnverlust durch Parodontitis MUSS NICHT SEIN!

Die Parodontologie ist die Lehre vom Zahnhalteapparat. Da der Zahn nicht direkt mit dem Knochen verbunden ist, dient der Zahnhalteapparat als eine Art "Adapter" zwischen der Knochenoberfläche und der Wurzeloberfläche für die Befestigung des Zahnes.

Der Zahnhalteapparat besteht aus 3 verschiedenen Arten von Zellen. zunächst die Zellen auf der Wurzeloberfläche, dann die Zellen auf der Knochenoberfläche und als letztes die Zellen, die als Fasern die Verbindung zwischen beiden zuvor genannten herstellen.

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Kommt es zu einer Erkrankung und teilweisen Zerstörung dieses Zahnhalteappartes, so nennt man diese eine Parodontitis (-itis = Entzündung). Bevor es zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparates kommt, bildet sich eine lokale Zahnfleischentzündung aus.

Diese Entzündung ist fast immer bakteriell bedingt und wird Gingivitis genannt. Bakterien, die nicht ausreichend genug im Bereich des Zahnfleischrandes durch mundhygienische Maßnahmen beseitigt werden, bewirken durch ihre Ausscheidungsprodukte zunächst eine Zahnfleischverletzung.

Die Verletzung aktiviert die Körperabwehr und bedingt eine Ansammlung von Abwehrzellen. Somit ist die Entzündung entstanden. Feststellen kann man als Patient ein gelegentliches Bluten beim Zähneputzen. Schmerzen sind nur sehr selten vorhanden.

Besteht diese Entzündung eine gewisse Zeit unbehandelt weiter und hat der Patient eine genetische Disposition in seinem Immunsystem, dann führt die bereits chronische Entzündung zu einer Zerstörung des zahntragenden Knochens (= Parodontitis). Dieser Knochen baut sich zunächst in Entzündungsgewebe um. Sichtbar und fühlbar ist für den Patienten meist immer noch nichts. Das Vorliegen einer solchen Erkrankung und der Schweregrad kann jedoch mit geeigneten Sonden gemessen werden.

Werden nun keine entsprechenden Gegenmaßnahmen in Form von intensiver mechanischer Bakterienentfernung (Parodontitistherapie) durchgeführt, dann schreitet der Knochenabbau immer weiter voran, bis langsam aber sicher der Zahn locker wird. Unbehandelt führt eine Parodontitis immer zum Zahnverlust.

In der Regel sind die Zähne unterschiedlich stark von der bakteriellen Entzündung befallen. Ist der erste Zahn bereits verloren gegangen, dann reift die Erkrankung an den nächsten Zähnen langsam und steig weiter voran, bis auch diese das Stadium der Lockerung und des Zahnverlustes erleiden. Doch ein Zahnverlust durch Parodontitis MUSS NICHT SEIN!


Die Parodontitistherapie dient der Beseitigung des bakteriellen Biofilm, welcher auf der Wurzeloberfläche sitzt und der langfristigen Stabilität des Zahnhaltapparates. Aber auch der Patient ist angehalten eine aktive Rolle bei der Behandlung zu spielen. Seine Aufgabe ist es eine so gründliche Mundhygiene zu erlernen und zu praktizieren, damit eine langfristige Neubesiedlung der Wurzeloberfläche durch Parodontitis-Bakterien vorgebeugt wird. Der Zahnarzt und die zahnmedizinische Fachangestellte entscheiden, welche mundhygienischen Hilfmittel für den Patienten geeignet sind und demonstrieren ihm diese. Ferner führten sie bei fortgeschrittenen Erkrankungen Keimanalysen durch, um abzuklären ob sehr aggressive parodontale Bakterien vorliegen, die zusätzlich mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden müssen.

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Zwei bis drei Monate nach der gründlichen Zahntaschenreinigung wird das Therapierergebniss beurteilt. Erst jetzt zeigt sich, inwieweit verloren gegangener Knochen gezielt wieder aufgebaut werden kann oder ob kleine plastische Korrekturen des Zahnfleisches eine bessere Hygiene für den Patienten ermöglichen würden. Trifft keines der beiden Optionen zu, dann wird der Patient in Parodontitis-Nachsorgeprogramm aufgenommen.

Dieses sollte alle 4-6 Monate durchgeführt werden. Diese Nachsorgetherapie soll sicherstellen, dass Bakterienansammlungen vermieden werden und der Patient wieder auf mundhygienischen "Schwachstellen" aufmerksam gemacht wird. Nur so kann eine Parodontitis und damit ein Knochenabbau erfolgreich und langfristig gestoppt werden. Treten am Zahnfleisch lokal wieder Entzündungen auf, dann wird unweigerlich auch irgendwann ein erneuter Knochenabbau eintreten und dies gilt es zu vermeiden.